Scharrelmann: „Fahrgäste dürfen nicht länger unter Lieferverzögerungen leiden“ CDU-Landtagsabgeordneter Scharrelmann befragt Landesregierung zu Ersatzkapazitäten und Konsequenzen für den Hersteller
Die erneuten Lieferverzögerungen bei den bestellten Doppelstockzügen für das Expresskreuz Bremen/Niedersachsen sorgen für heftige Kritik vor Ort. Der Hersteller Alstom hat die Auslieferung der insgesamt 34 neuen Züge inzwischen zum siebten Mal verschoben. Statt wie ursprünglich geplant Ende 2024 sollen die ersten Fahrzeuge nun erst 2028 zur Verfügung stehen.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann hat die erneuten Verzögerungen zum Anlass genommen, die niedersächsische Landesregierung mit einer parlamentarischen Anfrage zu den Auswirkungen und geplanten Gegenmaßnahmen erneut zu befragen.
„Die Situation ist für viele Pendler und Reisende inzwischen kaum noch zumutbar. Gerade auf der RE9 zwischen Osnabrück, Diepholz und Bremen erleben wir regelmäßig überfüllte Züge. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten und an den Wochenenden reichen die Kapazitäten häufig nicht aus. Auch mich erreichen immer wieder entsprechende Beschwerden“, erklärt Scharrelmann.
Bereits Ende 2024 hatte der Abgeordnete die Landesregierung zu den Lieferproblemen befragt. Damals wurde auf ein Ersatzkonzept verwiesen. Doch auch die derzeit eingesetzten Fahrzeuge bringen Einschränkungen mit sich: Teilweise stehen weniger Sitzplätze zur Verfügung, Klimaanlagen und WLAN fehlen und die Barrierefreiheit ist eingeschränkt.
Mit seiner erneuten Anfrage will Scharrelmann deshalb wissen, welche Ersatzfahrzeuge bis 2028 gesichert sind, ob deren Kapazitäten ausreichen und welche zusätzlichen Entlastungsmöglichkeiten bestehen. Dazu zählt auch die mögliche Anerkennung von Nahverkehrstickets im Fernverkehr zwischen Hamburg und Osnabrück.
Darüber hinaus fordert der Abgeordnete Klarheit über die finanziellen und rechtlichen Konsequenzen für Alstom. Insbesondere müsse geklärt werden, ob der Hersteller seinen vertraglichen Verpflichtungen vollständig nachkommt und wer die zusätzlichen Kosten für Ersatzfahrzeuge trägt.
„Es reicht nicht aus, lediglich den Fahrplan aufrechtzuerhalten. Die Menschen müssen auch unter vernünftigen Bedingungen reisen können. Die Landesregierung muss jetzt sicherstellen, dass ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig erwarte ich, dass Alstom für die Folgen der wiederholten Verzögerungen einsteht“, betont Scharrelmann.